Marley and Me…..

31 05 2008

…ist der Titel eines Films, der im Dezember ins Kino kommt. Luke Wilson und Jennifer Aniston spielen die Hauptrollen und es ist eine Buchverfilmung. Warum schreibe ich das? Nun ja, ein Teil des Streifens wird ungefähr 300 Meter Luftlinie von meinem Haus in der Innenstadt von West Chester gedreht. Ich habe zwar nicht persönlich da rumgeschnüffelt, aber ich bin am Donnerstag am Set vorbeigelaufen und habe auch noch den Truck mit den Schauspielern einfahren sehen, aber da ich eh schon spät dran war, habe ich mich nicht zu den Schaulustigen gesellt. Man hat mir aber erzählt, dass Owen Wilson vor Ort gewesen wäre. Ich bin ja nicht wirklich sensationsgeil, aber ich finds schon nicht übel, dass man mal hautnah sehen kann, was so ein Filmdreh für ein Aufwand ist. Es war ein kompletter Block abgesperrt, man hatte einen Beleucht-Ballon an einem Kran mitten über der Straße aufgehängt und es war ein Riesen Aufgebot an Material überall abgestellt. Später am Abend, als ich wieder zurückgelaufen bin, bin ich an ein paar Spot-Scheinwerfern vorbeigelaufen, die die da einfach am Straßenrand hingelegt hatten. Zu erwähnen wäre auch, dass beim ersten Dreh (insgesamt ist bisher zweimal gedreht worden) eine komplette Straße unter Kunstschnee gesetzt wurde, und das mitten im Sommer.

Soviel zu meinen aufregenden Erlebnissen mit Hollywood. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Ich darf mittlerweile alle Segler des PGC fliegen, warte jetzt nur noch auf gutes Wetter.

Mal sehen, was die nächste Woche so bringt. Auf der Arbeit ist im Moment so einiges im Umbruch. Ich wünsche einen schönen Sonntag!

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Progressions, regressions and transgressions…..

29 05 2008

Progressive Rock….ein dehnbarer Begriff, von dessen Dehnbarkeit auch viele gern Gebrauch machen. Am Montag kam ich in den Genuss, wohl alle Facetten, die diese Stilrichtung zu bieten hat, zu sehen. Es war ein progressiver Abend in Washington DC angesetzt, zu dem Dream Theater geladen hatten. Als Unterstützung haben sie sich dabei Three aus Woodstock, NY, Between The Buried and Me aus South Carolina und Opeth aus Schweden ins Boot geholt. Eingangs bereits erwähnt: Wohl alles, was in irgendeiner Weise progressiv angehaucht ist. Three wegen ihrer außergewöhnlichen Besetzung mit Keyboarder und Percussionist in Personalunion, Opeth wegen ihrer Mischung aus Death Metal der alten Schule, Psychedelic Rock und Jazzanleihen und Between the Buried and Me wegen ihrer schlicht absolut fertigen Verbindung aus ultrakrassem Death, Hardcore, Britpop, Jazz, Russen-Polka und Country. Über letztere Band habe ich vor ein paar Monaten schon einmal berichtet, weil sie mich einfach stante pede total vom Hocker geblasen haben.

Los gings also mit Three, die das noch nicht ganz volle Haus in der DAR Constitution Hall aufwärmen sollten. Absolut präzise, engagiert und seeehr musikalisch, atmosphärisch und mit einem hohen Entertainmentfaktor – hätte ich nicht erwartet. Hatten wahrscheinlich die wenigsten, weil es zum Schluss Standing Ovations gab (ironischerweise spielt Joey Eppard, Frontmann von Three, auch noch eine Ovation Akustikgitarre…).

Als nächstes schlugen BTBAM zu. Ebenfalls präzise, mit nicht ganz so gutem Sound wie Three, aber dennoch beeindruckend atmosphärisch. Gleich zu Anfang wurde der Klassiker ‚Selkies‘ zum besten gegeben, und es fielen bei den Arpeggien gegen Ende schon einige Unterkiefer in Richtung Boden. Weiter ging es mit drei Stücken aus dem neuen Album Colors, das man sich eigentlich in seiner Gesamtheit geben muss, weil so viele versteckte musikalische Juwelen drinstecken.

Anschließend: Opeth. Mikael Akerfeldts Ansagen zwischen den Liedern waren sehr lustig, weil es immer darum ging, möglichst effektiv erstmal den Metaller raushängen zu lassen und dann doch Tom Petty oder Lynyrd Skynyrd anzuspielen, nur um dann wieder auf die Metalschiene zurückzukommen und das Haus fast einzureißen. Optisch waren Opeth definitiv am meisten Metal. Komplett schwarzes Bühnenbild, nur das initiale „O“ im Hintergrund, alle Musiker langhaarig und in schwarz (bis auf den Basser, der hatte kürzere Haare, aber wer achtet schon auf den Basser^^) und eine düstere Atmosphäre irgendwo zwischen Viktorianismus und Spätromantik.

Schließlich – Dream Theater. Eine Band, über die man eigentlich nimmer viel sagen muss. Nur Ausschnitte aus der Setlist, werden eh die meisten meiner Leser nix mit anfangen können: In the Presence of Enemies, Pt.1, Take The Time, Fatal Tragedy, Ministry of Lost Souls, As I Am…..und „The Dark Nintendo Night“ – ein kleines Video mit Schlagzeuger Mike Portnoy, der als Mario durch die Gegend springt und im Hintergrund The Dark Eternal Night in 64-Bit-Sound. Abgefahren.

Was ist sonst passiert? Ja, ich habe endlich meinen amerikanischen Schein, die FAA hat tatsächlich statt der erwarteten 3 Monate nur 5 Wochen gebraucht und ich kann jetzt – nachdem ich fertig ausgecheckt worden bin – alleine fliegen. Heute hab ich ein neues Auto bekommen, einen Chevy Impala diesmal. Groß wie ein Kreuzfahrtschiff und agil wie ein Blauwal. Wenigstens braucht er nicht ganz so viel Sprit wie der Grand Prix.

Die nächste Woche markiert Halbzeit, ich sollte endlich meinen Rückflug buchen und es wird ab sofort jeden Donnerstag Volleyball gespielt – in der hauseigenen Siemens Volleyball-Liga. Vorher trifft sich das Team immer im Flanigan’s Boathouse und trinkt ein Bier. Komisch, dass ausgerechnet ich an so ein Team geraten bin…….





Lang ists her….

19 05 2008

….seit dem letzten Beitrag. Man muss allerdings auch sagen, dass nichts passiert wäre, was den Anlass zu einem neuen Beitrag gegeben hätte. So blicke ich mal zusammenfassend auf die letzten zwei Wochen zurück: Vor zwei Wochen waren wir Dienstags mal wieder auf einer Jazz-Jamsession in Philly, diesmal in Ortlieb’s Jazz Haus. Netter Laden, gute Band, gutes Essen und wir sind einer älteren Dame begegnet, die sich selbst als „Hardcore environmentalist“ vorgestellt hat und offensichtlich schon etwas einen im Tee hatte. Die hat sich als einfach an unseren Tisch gesetzt und uns die Ohren vollgesülzt, dass sie ja Deutschland und Europa generell so toll fände, weil wir uns ja so für den Klimaschutz einsetzen. Den Kommentar, dass wir noch kein Tempolimit auf unseren Autobahnen haben (im Gegensatz zu hier), hat sie ignoriert. Dann hat sie noch ein bisschen auf ihre eigene Regierung geschimpft und gemeint, dass sie selbst im Kongress arbeitet. Nun ja, dass sich administrative Angestellte mit nem ordentlichen Lack im Gesicht in Jazzkneipen begeben und dann wildfremde Leute volltexten….wie auch immer.

Weiter ging die Woche am Samstag mit einem Besuch am Flugplatz und weiterem Kennenlernen der dortigen Gegebenheiten, wenn auch ohne Fliegen. Sonntag waren wir dann in Atlantic City. Für die, die noch nichts davon gehört haben: Atlantic City ist eine Art Las Vegas für Arme, an der Atlantikküste von New Jersey. Das Einzige, was es da gibt, sind ein paar Kasinos und Geschäfte. Dafür aber umso mehr verlassene und heruntergekommene Gebäude, und das direkt am Meer. Hässlich und enttäuschend. Dementsprechend habe ich auch keine Bilder gemacht.

Die letzte Woche verlief dann weniger spektakulär. Gestern war ich dann wieder in Hilltown am Flugplatz, und habe tatsächlich mal meinen Arsch in die Luft bekommen. Nachdem ich dem Philadelphia Glider Council jetzt beigetreten bin, durfte ich auch ganz offiziell mit der „Schulung“ beginnen. Insgesamt habe ich drei Starts gemacht, zwei mit Lehrer und vom vorderen Sitz und einen noch als Gast. So kam ich dann doch auf knapp zwei Stunden Flugzeit und hatte mit 57 Minuten den längsten Flug an dem Tag. Fred, der Lehrer, war begeistert von meiner Fliegerei und hat keine Bedenken, mich allein fliegen zu lassen. Alles andere wäre auch ein Armutszeugnis gewesen 😉

Heute war ein eher müder Tag. Ich war mit einem Kollegen in Lancaster, das die meisten hier wegen seiner Outlet-Center schätzen, weniger wegen seiner Amischen Bevölkerung, von denen wir auch ein paar gesehen haben. Die Landschaft dort erinnert ein bisschen an Deutschland, bis auf die unvermeidlichen Wawa-Stores, Burger Kings, Starbucks und ähnliches.

Insgesamt also nicht mehr zu vermelden, nächstes Wochenende werden die meisten entweder nach Chicago oder Florida fliegen, ich bin nicht dabei, weil ich kein Geld habe bzw. die Flüge mir einfach zu teuer waren. Stattdessen schaue ich, dass ich wieder ein bisschen in die Luft komme, oder wahlweise einen Bekannten in North Carolina besuche. Montag Abend (26. Mai) muss ich nach DC, weil da Dream Theater spielen und ich mir das natürlich auch hier geben muss. Wäre also ein netter Ausflug. Mal sehen.





Die Amis und ihre Feste…..

5 05 2008

Da hier langsam der Mai Einzug hält, beginnt man als eingeborener Erlanger natürlich an den Berg zu denken. Hierzulande war schon Anstich – und zwar am Sonntag in Phoenixville. Da aber die Amis ja eigentlich alles, was aus einer anderen Kultur kommt, amerikanisieren und bis ins Groteske übertreiben müssen, war es dann auch kein Wunder, dass der einzige „Maibock“-Anstich in der Region zu einem Spektakel im besten Sinne entartet ist. (Oh, hoffentlich muss ich jetzt nicht zu Johannes B. Kerner)

Zu den Details: In Phoenixville, was ungefähr eine Viertelstunde Autofahrt von Malvern entfernt ist, gibt es eine Brauerei, nämlich die Slyfox Brewery. Die haben jedes Jahr Anfang Mai einen Bock, der in einer feierlichen Zeremonie seinen Namen verliehen bekommt. Der Haken dabei ist, dass das Bier nach derjenigen Ziege benannt wird, die das (inzwischen berühmte) Ziegenrennen auf dem Parkplatz der Brauerei gewinnt. So weit so gut, aber da ein Ami mit einem Ziegenrennen und Bier noch nicht zufrieden ist, muss noch eine echt bayerische Blasmusikkapelle und eine Schuhplattlerformation her. Der Allerbeste war der hier:

Wenn man genau hinsieht: Der hat einen Anstecker an seinem Hut. Vorne. Ich weiß nicht, ob ich das hier vergrößert zeigen darf, ohne mir Johannes B. Kerner und dazu noch den Verfassungsschutz aufzuhalsen, dementsprechend müsst Ihr selber reinzoomen. Jedenfalls war der gute Mann sehr gut gelaunt und hat gar nicht mitbekommen, dass wir uns wegen seinem Outfit mit ihm fotografieren lassen wollten. Zu allem Überfluss hatte er auch noch ein Nürnberger Stadtwappen auf der Brust und hinten auf seinem Hemd stand „Nürnberger Bierhaus“ – eine Lokalität, die sich in Staten Island, NY befindet. Ist denke ich auch mal einen Besuch wert 😀

Zum Bier: Wenn man unter http://www.slyfoxbeer.com/index1.asp nachschaut, kann man nachvollziehen, wie groß die Bierauswahl hier doch ist. Und zum herkömmlichen amerikanischen Bier ist der Stoff, der da gebraut wird, eine echte Wohltat. Ich gehe so weit zu behaupten, dass man den Bock, der dort ausgeschenkt wird, durchaus mit einem Deutschen Bier vergleichen kann. Das Weizen war laut Aussage von den anderen auch recht gut und das Lager konnte man auch solide trinken.

Zu guter Letzt habe ich noch ein Video von dem Ziegenrennen, damit man sich mal vorstellen kann, wie das hier so abgeht. Die armen Viecher hatten natürlich ihren Spaß in der Hitze.