New York und Hemhofen

28 04 2008

Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Siemens sowas wie eine große Familie ist. Dass einige Geschäftsgebiete in Erlangen Außenstellen oder – wie Med – sogar ihr Hauptquartier haben, ist auch bekannt. Dass es aber so weit kommen muss….Ich war am Wochenende, genauer gesagt am Samstag, ein zweites Mal in New York City. Dort angekommen, haben wir uns zunächst von Ground Zero bis zum Battery Park bewegt, um mit der Fähre nach Staten Island zu fahren. Ich weiß ja, dass wir zwei Oberpfälzer in unseren Reihen haben. Ein Kollege kommt dann noch aus Herzogenaurach, zwei Kolleginnen aus Bamberg und jetzt ist auch noch eine aus Hemhofen da. Das habe ich wiederum auf der Fähre nach Staten Island herausgefunden. Wir sind schon ernsthaft am Überlegen, ob wir einen Franken- bzw. Bayern-Stammtisch aufmachen. Es ist echt unglaublich, da fliegt man 6000 Kilometer weit, und trifft doch nur Leute aus der Heimat. Gut, dass hier lauter Deutsche sind, war klar, aber dass dann auch noch die Mehrheit aus der nächsten Umgebung oder sogar direkt aus den heimatlichen Landkreisen kommen, sowas gibt es wohl echt nur bei Siemens.

Apropos Siemens. Freitag durfte ich mein erstes Staff Meeting genießen und auch in gewisser Hinsicht Lob kassieren, weil ich in letzter Zeit an einem kleinen Projekt gearbeitet habe und die Ergebnisse dem Team und speziell der Chefin gut gefallen haben. Schöner Gruß an dieser Stelle an die MR DCU in Erlangen;) Ich bin mal gespannt, was jetzt als nächstes auf mich zukommt.

Die Begeisterung über meinen tollen Mietwagen ist mittlerweile auch der Ernüchterung gewichen, da das Teil doch sehr viel Sprit säuft. Ich habe ihn mittlerweile auf eine gas mileage von knapp 21 miles per gallon (umrechen dürfters selber, bin ich zu doof) eingefahren, aber das ist immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Zumal ich meinen Fahrstil dermaßen ändern musste, dass das Vergnügen über den blubbernden 6-Zylinder verflogen ist

Nun aber zu etwas völlig anderem. New York war wieder mal ein Erlebnis, dieses Mal wars auch nicht so kalt wie letztes Mal. Staten Island hatte ich ja schon erwähnt, es kommen noch hinzu Broadway und der Bulle vor Wall Street, Times Square und das Hard Rock Café und als Highlight das Observation Deck des Rockefeller Center – bei Nacht.

Das war die 20 $ Eintritt auf jeden Fall wert. Wenn da nicht die nervige französische (oder kanadische) Schulklasse gewesen wäre, aber man kann ja nicht alles haben. Jetzt noch ein Gruß an die liebe Sas. Ich weiß, ich schulde Dir noch Bilder von der Public Library, und wir waren auch da, nur leider zu spät. Der Laden hatte schon zu. Ich habe immerhin Bilder von der Außenfassade gemacht, aber das wird Dir sicher nicht weiterhelfen. Ich verspreche aber, dass ich einen kompletten Eintrag nur über die Public Library schreibe, wenn ich das nächste Mal in NY war und auch die Bücherei besucht habe. Natürlich habe ich alternativ was für den Jon. Vor der Public Library nämlich haben wir eine Breakdance-Truppe angetroffen und ich war so geschickt und habe ein paar Videos gemacht.

Die Jungs hattens echt drauf. Eine Kollegin, die dabei war, hat sich dann noch an einem essentialistisch-reduktionistisch-naturalisierendem Alteritätskonstrukt versucht und hat gemeint, dass „die des ja im Blut haben, das mit dem Tanzen und dem Rhythmus“. Da konnte ich dann nicht wiederstehen und musste an den Herrn Lösch und seinen Herrn Tschabobo denken. „Des kanner, der Neecher“. War echt wieder klasse. Das war aber dann noch nicht mal die einzige afro-amerikanische Performance. In der U-Bahn ist uns noch eine A-capella-Gruppe begegnet, die ein Lied angestimmt haben, wo es darum ging, dass man „our soldiers home“ bringen solle, genauer gesagt „down by the riverside“. Sehr interessant und ein bisschen skurril, weil die gleich weitergezogen sind, als wäre nichts gewesen.
Insgesamt also ein transnationales soziales Wochenende mit reduktionistischem Einschlag und (ich war heute in King of Prussia Klamotten kaufen) einer Prise kritiklosen materialistischem Kapitalismus. Prost!

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…why this country is so f*n awesome

22 04 2008

Man kann hier echt staunen. Krieg ich doch am Donnerstag ne Mail von meiner Autovermietung. Ich muss mein Auto umtauschen. Ich also hingefahren und musste meinen Avenger abgeben, weil Dodge ne Rückrufaktion gestartet hat. Was bekomm ich stattdessen? Einen Pontiac Grand Prix, mit 3,8 l V-6 Motor, und (da rätsel ich noch) 240 bzw 200 PS. Dass der natürlich nicht sparsamer ist als sein Vorgänger, is wohl auch klar. Allerdings sieht er um einiges eindrucksvoller aus, zieht wie blöd und steht mir alles in allem auch ein bisschen besser. Beispiel gefällig?

Okay, unwirtschaftlich ist er schon. Aber das macht ja nichts.

Nun ja, was ist sonst noch so passiert? Achja, es gab am Freitag eine Geburtstagsfeier einer Mit-Praktikantin, wo es das erste Mal dieses Jahr etwas vom Grill gab. Wenn die Amis was können, dann ist das, mit Steak umzugehen.

Was sie noch können, ist Museen bauen. Was sich mir schon in Washington angedeutet hat, hat sich am Sonntag in Philadelphia bestätigt. Wir waren im Museum of Art, und es war sehr beeindruckend. Ich meine, gut, es kann sein, dass ich den Großteil der Exponate schon mal in der einen oder anderen Variation irgendwo in der Welt gesehen habe. Aber die Aufmachung war gut. Angefangen von komplett aufgebauten japanischen Dörfern über einen Kreuzgang aus einem französischen Kloster bis hin zu deutschen Ritterrüstungen aus dem Mittelalter – alles da. Alles schon mal gesehen, aber alles da. Wir kamen leicht ins Kopfschütteln, warum man nach Philly kommen muss, um gotische Torbögen oder Ritterrüstungen zu sehen. Die Kunstsammlung ist aber echt enorm. Man bekommt unter anderem eine große Kollektion von impressionistischer Kunst zu sehen, und das eine oder andere moderne (bzw. postmoderne) Kunstwerk ist auch zu bestaunen.

Das eigentlich nennenswerte Kunstwerk aber steht außerhalb. Wenn jemand von Euch einen gewissen Film über einen Boxer kennt, der hart trainiert und unter anderem eine lange Treppe entlangjoggt und schließlich vor einem etwas antik anmutenden Gebäude die Hände zum Himmel reißt – die Rede ist von Rocky.

Dann bin ich noch im amerikanischen Fernsehen auf einen sensationellen Comedian gestoßen, der unsere lächerlichen deutschen Spaßkaschper locker in die Tasche steckt, und dabei noch den „American way of life“ auf bitterböse Art und Weise genau auf den Punkt bringt. In der Tat gibt es nicht wenige Momente, in denen man hier nicht genau weiß, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Lewis Black kombiniert diese beiden Gefühlsregungen aufs Trefflichste. Die hier gepostete Episode handelt von einer berühmten amerikanischen Kaffeekette und ihrer Verbindung zum Ende des Universums.

Genug gelabert, sobald ich dem ‚American way of life‘ noch ein bisschen näher auf die Schliche komme, melde ich mich wieder.

Peace, I’m out!





The Great Outdoors – Hiking in Hawk Mountain

13 04 2008

Nachdem ich den Post jetzt mit so einer poetischen Überschrift eingeleitet habe, sollte man erwarten, dass jetzt ein Bericht über atemberaubende Landschaften, tiefe Abgründe, wilde Schluchten, romantische Sonnenuntergänge und gefährliche Tiere kommt. Tatsache ist aber: Mir tun die Haxen weh.

Die Vorgeschichte: Wir haben in der Arbeit einen „Interntable“ im Intranet stehen, wo jeder mit seinen Daten drinsteht und jeder auch Ausflüge posten kann, wo man sich dann einträgt. Letzte Woche stand da eben „Wandern in Hawk Mountain“. Ich hab mich dunkel erinnert, dass mein Kollege Harald Bischoff – Deutscher im Sinne der Abstammung, aber amerikanischer Staatsbürger und Landlord von zwei der anderen Praktikanten – erzählt hatte, dass er da kürzlich war. Ich also über die Ecke meines Cubes gespitzt und ihn gefragt, ob sich das lohnt, da mitzufahren. Ja, schöne Landschaft und bissl Bewegung, lohnt sich definitiv. Ich so: Naja, dann muss ich aber noch los und mir Wanderschuhe holen. Neee, das kann man locker mit Turnschuhen machen, meint er. Er war selber letztes Mal mit ganz normalen Schuhen unterwegs.

Ja, Turnschuhe reichen schon....

Rechts sieht man, wie der Großteil des „gut ausgebauten Wanderpfades“ aussah. Is klar, braucht man keine Wanderschuhe…..Jaaaaaaa.

Dementsprechend sind meine normalen Schuhe jetzt auch einigermaßen durchgelatscht.

Nichts desto weniger war der Ausflug auf jeden Fall jeden Cent wert, weil man endlich mal nicht in einer Großstadt, sondern in der freien Natur unterwegs war. Zu Hawk Mountain: Das Ganze ist eine Art Nationalpark, gleichzeitig aber auch ein Schutzgebiet für Raubvögel. Von denen hat man ab und zu mal einen am Hang entlangfliegen sehen. Die Landschaft war tatsächlich echt schön, wie man sieht, und zusätzlich hat auch noch gestern spontan der Frühling eingesetzt, mit ca. 18°C. Endlich Wärme!

Wir haben ca. 4 Stunden gebraucht, um den Rundgang zu machen, der auf der Karte eingezeichnet war und

haben dabei ca. 400 Höhenmeter – sowohl auf-, als auch abwärts – zurückgelegt. Was dazu führte, dass jeder danach ziemlich im Eimer war.

Ausblick über Hawk Mountain

Auf der Heimfahrt haben wir dann auch noch an einem Outdoor-Laden angehalten. Warum macht man sowas nicht vorher? Da hätt ich mir wunderbare Wanderschuhe kaufen können. Aber nein, man geht erst wandern, und dann in den Outdoor-Shop. Egal. Dieser Outdoor-Shop aber (ich hab leider keine Bilder gemacht) hatte alles, aber auch wirklich alles, was man für den Gebrauch in der Wildnis so braucht. Ausrüstung, Rucksäcke, Truthahn-Köder, Zelte, Grills, Gewehre, Revolver, Munition, Buggys, Angelruten samt Leine, einfach alles. Und noch dazu war der Laden ein halbes Museum: Überall gabs ausgestopfte Tiere in lebensecht nachempfundenen Umgebungen (Sprich: in dem einen Raum zum Beispiel hatten sie ein ganzes Stück afrikanische Savanne aufgebaut, wo ein Elefant rumstand und ein paar Löwen Jagd auf ein Rudel Gazellen gemacht hat). Da kann man als Europäer eigentlich nur mit offenem Mund dastehen und staunen. Um hier mal Obelix zu zitieren: „Die spinnen, die Amis“.

Heute war eigentlich ein Trip nach Baltimore angesetzt, um das dortige Aquarium anzuschauen, ich bin aber abgesprungen, weil mir erstens die Beine wehtun und ich net schon wieder laufen will und zweitens mir von dem Aquarium wärmstens abgeraten wurde, weil das ziemlich schäbig sein soll. So verbring ich einfach mal einen entspannten Sonntag und geh nachher vielleicht noch was einkaufen. Geht ja hier, die Geschäfte haben ja auch Sonntags auf. Ätsch!





Update

8 04 2008

Heute gibt es eine neue Hausarbeit unter „@University“ zu bewundern. Einfach dem untersten Link folgen, und schon könnt Ihr mein herausragendes Machwerk zu Raum in David Lynch’s ‚Mulholland Drive‘ begutachten. Man beachte außerdem, dass die Arbeit mit 1,3 bewertet wurde und den Endpunkt meines Grundstudiums darstellt. Nebenbei ist es die beste meiner beiden Hausarbeiten;)

Außerdem habe ich die ganze Zeit überlegen müssen, aus welchem Film mir die Brooklyn Bridge so bekannt vorkam. Es war kein Film, wie sich herausstellte, sondern ein Musikvideo, und zwar eins von Dream Theater, aus dem Jahre 1994.

David Lynch

Weil mir gerade danach ist, hier das Video:

Nicht lachen, wie gesagt, das Video ist von 1994, und dementsprechend sehen die Herren auch noch ein bisschen Old School aus. Das Lied ist übrigens „Lie“ vom hervorragenden Album „Awake“.





Ein erlebnisreiches Wochenende……

7 04 2008

hab ich gerade hinter mir. Alles fing Freitag damit an, dass sich wieder ein paar Leute gefunden haben, die nach Philly fuhren. Da hab ich mich dann spontan drangehängt, da der Anlass auch interessant war: Jeden ersten Freitag im Monat haben in Philly diverse Kunstläden und Gallerien bis 9pm geöffnet. Wir also hin, durch diverse Gallerien gestapft, uns über den Sinn des ein oder anderen Kunstwerkes gewundert („Das ist Kunst, Mann!“) und anschließend noch ein Bier in einem angesagten Pub getrunken. Wir haben es bewusst vermieden, in eine der vielen Kneipen zu gehen, die uns auf heimtückische Weise mit deutschem Bier ködern wollten. (Von Franziskaner über Beck’s bis zu Spaten Bräu war alles da)

Samstag war ich dann wieder beim Philadelphia Glider Council vorgeladen, da die ihr Safety Briefing und ihre Mitgliederversammlung hatten. Abends dann erst mal noch ein bisschen ausgespannt.

Sonntag stand dann mein erster Besuch in New York City an. Zwei Autos voller planloser Interns und ein Navigationssystem – mehr braucht man gar nicht, um sich komplett in der Pampa von New Jersey zu verfahren – das war eine der Lektionen, die man aus diesem Ausflug mitnehmen konnte. Es fing gleich mal gut an, als das erste Auto – das mit dem Navi und das, das vorfahren sollte – bei der ersten Gelegenheit falsch vom Highway abgebogen ist. Ich befand mich dummerweise – in Begleitung meines 14 Jahre alten Rand McNally-Atlas – in dem Auto ohne Navi. Naja, für einen in Navigation bewanderten wie mich sollte es ja kein Problem sein, New York auch so zu finden. Kurz vor der Grenze zu New Jersey haben wir dann doch kapituliert und bei Starbucks angehalten um zu pinkeln, Kaffee zu tanken und die Bedienung nach dem Weg zu fragen. Zu unserer Überraschung hatte die noch weniger Plan als wir und wusste nicht mal, wo sie sich gerade auf der Karte befindet. Als wir dann doch auf der New Jersey-Seite von New York angekommen sind, war die Zeit erst mal reif für ein Sandwich, um dann gleich auf die PATH umzusteigen, die uns durch einen Tunnel direkt zum Ground Zero gebracht hat. Die U-Bahn geht doch tatsächlich direkt durch das Loch durch – ein klasse Punkt, um in NY anzukommen. Nach kurzer Orientierungsphase ein paar Schritte auf die Brooklyn Bridge (die unausweichlichen Kalauer zwecks „No sleep till Bruck“ erspar ich mir hier mal), dann U-Bahn Richtung Times Square. Es war ungemütlich kalt, deswegen haben wir uns immer ein bisschen beeilt, damit wir nicht einfrieren. Dennoch haben wir uns durch den Central Park, zum Rockefeller Center und über die 5th Avenue bewegt.

Was mir irgendwie aufgefallen ist – und da war ich nicht der Einzige – , ist die Tatsache, dass man New York sich irgendwie größer, beeindruckender und krasser vorgestellt hätte. Natürlich, hohe Häuser, tolle Autos, teure Geschäfte und gelbe Taxis, irgendwelche degenerierten Stadtneurotikerinnen mit kleinen Hunden an der Leine, Geschäftsleute mit Starbucksbechern in der Hand (ja, sogar am Sonntag), und und und….In erster Linie glaube ich, dass man nochmal bei schönem Wetter da hinfahren muss, sich mehr Zeit nehmen muss (am besten ein ganzes Wochenende) und ausgiebig die Atmosphäre aufsaugen muss. Es muss ja irgendwas dran sein, dass New York so besonders ist.





Another Day…..

2 04 2008

Nach meinem letzten Beitrag, der wohl für meine Leser außerhalb der Segelflugszene nur mäßig interessant war, kommt jetzt wieder was, was jeder verstehen sollte. Ein Glossar mit Segelflug-spezifischen Begriffen spar ich mir bewusst, weil wahrscheinlich jeder selber googlen kann, wenns ihn interessiert.

Das Wetter wird hier in PA langsam besser, heute wars sonnig, dafür kalt. Die nächsten Tage solls zwar wieder einwolken, aber dafür wärmer werden. Man kann halt nicht alles haben. Allerdings war der Wetterbericht hier genau einmal richtig gelegen, von daher mach ich mir mal keine größeren Sorgen.

Auf Arbeit gefällt es mir – bis auf die nicht ganz zu vermeidenden Idiotenaufgaben – immer besser. Die Kollegen sind alle ziemliche Spaßvögel und in der Mittagspause wird rumgealbert dass sich die Balken biegen. Alles in allem also eine super Truppe. Mal sehen, was für Herausforderungen noch so auf mich zukommen.

Dass meine zwei Hausgenossen hier nicht gerade zu den Spaßvögeln gehören, habe ich glaube ich auch schon erwähnt. Damit kann ich mich ja abfinden. Nichts desto weniger sei erwähnt, dass der eine zumindest unfreiwillig komisch ist. Als ich hier ankam, habe ich ein Motorrad vor der Tür bemerkt. Das gehört einem von meinen beiden Kollegen hier. Das hat er sich gekauft, als er angekommen ist. Er bleibt ein Jahr hier, also warum sich die Zeit nicht mit einem Mopped versüßen. Die Hintergrundgeschichte dazu ist allerdings ein Knaller. Da er nicht genug ‚flüssige Mittel‘ hatte, hat er sich zuerst einen Kredit über 3500 $ bei einem der Amis genommen, die hier Häuser vermieten. Mit dem geht er auch immer klettern, und die verstehen sich wohl auch gut. Aber: Wer nimmt denn bitte einen Kredit auf, wenn er sowieso viermal heimfliegen muss und Prüfungen schreiben muss..da bleibt für was anderes natürlich nix mehr übrig, sieht man daran, dass er eigentlich nie wo mitgeht. Klettern geht er. Das allerdings meist bis spät in die Nacht, so dass er am nächsten Tag net aus den Federn kommt. Macht aber nix, dann bleibt er halt daheim und macht ‚work at home‘ – das geht scheinbar bei denen in der Abteilung. Mir selber hat sich der Sinn in einem Praktikum, bei dem man hauptsächlich daheim sitzt, noch nicht so ganz erschlossen. Man soll ja eine Arbeitsumgebung wie im ‚richtigen Leben‘ kennenlernen. Und, den, der im richtigen Leben später nur daheim sitzt und ab und zu mal ne Email schreibt, den zeig mir mal. (Gut, man kann argumentieren: Hey, du wirst doch Lehrer…aber der zieht hier nicht). Göttlich ist allerdings auch, dass er das Mopped hier net mal zugelassen kriegt, weil er noch nen Führerschein von Pennsylvania beantragen muss und das dauert, weil er ja kein Ami ist. Will heißen, er hat eigentlich von der Mühle nicht mal was. Naja, wie sagte schon der Alte Fritz: „Jeder nach seiner Facon“(sic).

Immerhin sind die ganzen anderen Interns ganz locker drauf, was ich am Freitag auf der Abschiedsparty von unserem Holländer erleben durfte, die dann auch gleich mal bis in die frühen Morgenstunden ging. Es gibt sogar gutes Bier hier in den USA, von der Yuengling-Brauerei. Ist die Älteste der USA. Und, nicht lachen: Sie ist 1829 gegründet worden. Da kann ein Franke natürlich nur müde mit dem Allerwertesten grinsen, aber man will die Amis ja nicht vor den Kopf stoßen. Außerdem ist denen ihr dunkles Lager echt nicht schlecht. Eigentlich geradezu gut.

Ne lustige Episode mit meiner Bank hatte ich noch: Ich muss ja hier 400 $ Kaution für die Wohnung zahlen. So. Ich nen Scheck geschrieben. Dummerweise sind die nur 90 Tage haltbar hier. Scheck geben und nicht einlösen, es sei denn es muss, is hier also nicht. Naja, ich also ausrichten lassen, dass er noch warten soll, weil auf meinem Konto noch nix drauf is (Siemens hatte sich Zeit gelassen mit Zahlen). Gesagt, getan. Krieg ich die Tage nen Brief von der Bank, dass ich Überziehungsgebühren zahlen muss. Und 400 $ sind scheinbar auch abgebucht worden. Ich rein in die Bank, und mir das mal näher erklären lassen. Jetzt hat der beim ersten Mal das Geld natürlich nicht bekommen, weil ers wieder nicht erwarten konnte. Schlecht für ihn und mein Image. Ich krieg 35 $ Überziehungsgebühr. Hat ers nochmal versucht, diesmal gings. Die Bank hat sich aber nochmal sauber mit 35 $ bedient. Da hab ich der Tante da mal ordentlich den Marsch geblasen, dasses so ja nicht geht und schwupps, hatse die 35 $ wieder zurückgebucht. Als ich mich dann mit meinem Kollegen Mike über die Episode unterhalten hab, hat er gemeint, dass er schon mal so was Ähnliches mit der selben Bank erlebt hat. Was genau, schreibe ich jetzt hier nicht, aber es drehte sich um Datenschutz und Bevollmächtigungen. Alles hart am Rande der Rechtswidrigkeit. Ich habe mir dann gesagt, dass wenn nochmal irgendwas mit der Bank sein sollte, ich ganz schnell zu einer anderen Bank wechsle. So gehts ja nicht.

Nun ja, genug aufgeplustert. Ich geh mal noch ne Runde spazieren!