Progressive Rock….ein dehnbarer Begriff, von dessen Dehnbarkeit auch viele gern Gebrauch machen. Am Montag kam ich in den Genuss, wohl alle Facetten, die diese Stilrichtung zu bieten hat, zu sehen. Es war ein progressiver Abend in Washington DC angesetzt, zu dem Dream Theater geladen hatten. Als Unterstützung haben sie sich dabei Three aus Woodstock, NY, Between The Buried and Me aus South Carolina und Opeth aus Schweden ins Boot geholt. Eingangs bereits erwähnt: Wohl alles, was in irgendeiner Weise progressiv angehaucht ist. Three wegen ihrer außergewöhnlichen Besetzung mit Keyboarder und Percussionist in Personalunion, Opeth wegen ihrer Mischung aus Death Metal der alten Schule, Psychedelic Rock und Jazzanleihen und Between the Buried and Me wegen ihrer schlicht absolut fertigen Verbindung aus ultrakrassem Death, Hardcore, Britpop, Jazz, Russen-Polka und Country. Über letztere Band habe ich vor ein paar Monaten schon einmal berichtet, weil sie mich einfach stante pede total vom Hocker geblasen haben.
Los gings also mit Three, die das noch nicht ganz volle Haus in der DAR Constitution Hall aufwärmen sollten. Absolut präzise, engagiert und seeehr musikalisch, atmosphärisch und mit einem hohen Entertainmentfaktor – hätte ich nicht erwartet. Hatten wahrscheinlich die wenigsten, weil es zum Schluss Standing Ovations gab (ironischerweise spielt Joey Eppard, Frontmann von Three, auch noch eine Ovation Akustikgitarre…).
Als nächstes schlugen BTBAM zu. Ebenfalls präzise, mit nicht ganz so gutem Sound wie Three, aber dennoch beeindruckend atmosphärisch. Gleich zu Anfang wurde der Klassiker ‘Selkies’ zum besten gegeben, und es fielen bei den Arpeggien gegen Ende schon einige Unterkiefer in Richtung Boden. Weiter ging es mit drei Stücken aus dem neuen Album Colors, das man sich eigentlich in seiner Gesamtheit geben muss, weil so viele versteckte musikalische Juwelen drinstecken.
Anschließend: Opeth. Mikael Akerfeldts Ansagen zwischen den Liedern waren sehr lustig, weil es immer darum ging, möglichst effektiv erstmal den Metaller raushängen zu lassen und dann doch Tom Petty oder Lynyrd Skynyrd anzuspielen, nur um dann wieder auf die Metalschiene zurückzukommen und das Haus fast einzureißen. Optisch waren Opeth definitiv am meisten Metal. Komplett schwarzes Bühnenbild, nur das initiale “O” im Hintergrund, alle Musiker langhaarig und in schwarz (bis auf den Basser, der hatte kürzere Haare, aber wer achtet schon auf den Basser^^) und eine düstere Atmosphäre irgendwo zwischen Viktorianismus und Spätromantik.
Schließlich – Dream Theater. Eine Band, über die man eigentlich nimmer viel sagen muss. Nur Ausschnitte aus der Setlist, werden eh die meisten meiner Leser nix mit anfangen können: In the Presence of Enemies, Pt.1, Take The Time, Fatal Tragedy, Ministry of Lost Souls, As I Am…..und “The Dark Nintendo Night” – ein kleines Video mit Schlagzeuger Mike Portnoy, der als Mario durch die Gegend springt und im Hintergrund The Dark Eternal Night in 64-Bit-Sound. Abgefahren.
Was ist sonst passiert? Ja, ich habe endlich meinen amerikanischen Schein, die FAA hat tatsächlich statt der erwarteten 3 Monate nur 5 Wochen gebraucht und ich kann jetzt – nachdem ich fertig ausgecheckt worden bin – alleine fliegen. Heute hab ich ein neues Auto bekommen, einen Chevy Impala diesmal. Groß wie ein Kreuzfahrtschiff und agil wie ein Blauwal. Wenigstens braucht er nicht ganz so viel Sprit wie der Grand Prix.
Die nächste Woche markiert Halbzeit, ich sollte endlich meinen Rückflug buchen und es wird ab sofort jeden Donnerstag Volleyball gespielt – in der hauseigenen Siemens Volleyball-Liga. Vorher trifft sich das Team immer im Flanigan’s Boathouse und trinkt ein Bier. Komisch, dass ausgerechnet ich an so ein Team geraten bin…….






OPETH!!!! UND! DREAM THEATER!!!! ich beneide dich grad… auf das konzert wär ich sicher mitgegangen.