Heute war es endlich so weit. Ich habe mich mit zwei Kollegen nach Philly aufgemacht. Der Plan war ursprünglich, heute nach Washington zu fahren, aber da das Kapitol am Sonntag zu hat und das Wetter etwas unsicher aussah, haben wir das auf später vertagt – ich bin ja noch länger da. Der neue Plan lautete also Philly: Liberty Hall, Liberty Bell, National Constitution Center und – ganz wichtig: Cheesesteak.
Die Skyline von Philly aus dem Auto
So machten wir uns also auf, über die Market St aus West Chester raus und über die gleichnamige Market St in Philly wieder rein. Nach langer Parkplatzsuche erst mal Liberty Hall angesteuert und uns eine Führung durch die Örtlichkeiten verpassen lassen. Philly war ja – falls es der eine oder andere nicht wusste – von 1790 bis 1800 Hauptstadt der USA. In der Liberty Hall wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Im Inneren ist alles authentisch rekonstruiert. Die Führung war sehr interessant und kurzweilig, was man nicht von allen Führungen behaupten kann, die ich bisher genießen durfte
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Constitution Hall
An den Räumlichkeiten in der Liberty Hall hängen ja noch der alte Senat und der alte Kongress dran, was wir uns natürlich auch noch angeschaut haben. Danach haben wir uns noch die Liberty Bell reingetan, zum Beweis auch noch ein Foto:
Noch ein Abstecher in das Constitution Center, wo wir eine etwas sehr patriotisch geratene Multimediashow genießen durften, die aber anschließend durch eine hervorragende Ausstellung zum Thema amerikanischer Geschichte wieder wettgemacht wurde. Die Darstellung war zwar immer noch sehr auf die guten Seiten Amerikas ausgerichtet, aber differenziert genug, um beispielsweise die Abolitionismusbewegung, die Frauenrechts- und die Bürgerrechtsbewegung in gebührendem Umfang darzustellen. Jedem, der sich in kurzer Zeit einen interessanten und halbwegs fundierten Überblick über die Geschichte der Vereinigten Staaten vom Unabhängigkeitskrieg bis heute verschaffen will, sei ein Besuch des Constitution Centers ans Herz gelegt. Geht natürlich auch nur, wenn man gerade in Philly ist.
Nun stand noch ein bisschen gelebte Literaturgeschichte auf dem Programm. Nicht weit vom Zentrum Philadelphias steht ein Haus, das einige Jahre einem gewissen Edgar Allan Poe gehörte, durch das auch Führungen angeboten werden. Innen her eher puristisch gehalten (will heißen: Es stehen fast nirgends Möbel – bis auf im Lesezimmer), hat es im Keller doch wieder ein interessantes Schmankerl zu bieten. Hier gibt es nämlich ein Loch in der Wand, das angeblich dem Herrn Poe als Vorlage für die Kurzgeschichte „The Black Cat“ gedient haben soll. Wer nicht weiß, was in dieser Geschichte ein Loch in der Wand für eine Rolle spielt, sollte sie einfach mal lesen. Jedenfalls habe ich aus gegebenem Anlass gleich noch ein kleines Buch mit einigen Kurzgeschichten von Poe erstanden, um mich noch ein bisschen in die Materie einzulesen.
Als abschließendes Highlight haben wir den langen Marsch zu „Pat’s King of Steaks“ auf uns genommen, um ein authentisches Philly Cheesesteak zu uns zu nehmen.
Für 7,50 $ kriegt man hier so ein Ding, wie oben näher spezifizert. Drauf sind – je nach Bestellung – geschnipseltes Steak, geschmolzener Käse, Zwiebeln, Pilze, Pepperoni…etc….Ich hab mich für ein „Cheesesteak whiz“ entschieden. Was soviel heißt wie: Mit Zwiebeln. Wenn ich sowas jeden Tag essen würde, würde ich nach drei Wochen an Arterienverfettung sterben. Gottseidank kann man sich das schon allein wegen dem Preis nicht erlauben. Allerdings muss ich sagen: Das Cheesesteak, das ich mal in Frazer zu Mittag hatte, war billiger und mindestens genauso gut. Also keine Panik, man muss nicht wegen einem authentischen Cheesesteak extra nach South Philly fahren. Die Nachbarschaft dort ist aber auch sehenswert. Nicht weit weg ist der Italian Market und die South St., und da sieht alles sehr nach „heruntergekommen“ aus. Dass man sich allerdings besonders in Acht nehmen müsste, um nicht überfallen zu werden, halte ich für ein Gerücht und maßlos übertrieben. Ich hab in Deutschland schon wesentlich beunruhigendere Ecken gesehen.
Alles in allem aber doch ein sehr erlebnis- und bewegungsreicher Sonntag.
Ums in Jons Worten zu sagen: Peace, I’m out






Was man allerdings noch erwähnen sollte: Das abgebildete Cheesesteak ist von Geno’s, dem Laden gegenüber von Pat’s….nur der Vollständigkeit halber. Es gehört auch nicht mir, sondern einem Kollegen. Meins war von Pat’s, aber ich musste es wegen der schnellen Zerfallsrate so schnell essen, dass ich davon kein Bild mehr machen konnte.
Mahlzeit^^
abgesehen davon, dass ich jetzt hunger hab: ist das brot labrig, also so wie bei hotdogs? das wird sich doch nachmachen lassen.
und habt ihr mal vor einen trip nach new york zu machen oder schafft ihrs zeitlich nicht? weil wenn, dann wäre es total super, wenn du von der Public Libary Bilder machen könntest. Das ist nämlich wirklich ne tolle Bib.
und da fehlt noch ein r. library… ein wort, das nie klappen wird…